Heilung – was ist das?

Horizonterweiterer - Erik Grösche

Neue Kurzzeitinterventionen
HEILUNG DER PSYCHE

Bevor wir uns die Frage stellen, was Heilung der Psyche bedeutet und wie sie vonstatten geht, muss erst einmal geklärt werden, was der Zustand des nicht-heil-seins bedeutet.

Wir sind nicht eins – sondern viele

Unser Gehirn ist erst ab ca. 26 Jahren voll ausgebildet, davor, besonders im Kindesalter, kann das Gehirn sich nicht selbst stabilisieren. Das Kind braucht stabile Erwachsene, die es aus schwierigen Gefühlen wie Angst oder Trauer heraus begleiten. So dass sich der Körper wieder sicher, geborgen, gesehen und verstanden fühlt. Meistens sind gerade diese Erwachsenen aber jene Protagonisten, die das Leid verursachen. Denn auch sie können nicht aus ihrer Haut heraus. Die kindliche Psyche verkraftet seine starken Emotionen auf Dauer nicht und beginnt, diese zu dissoziieren. Dabei entsteht eine Abspaltung. Man kann darunter eine Blitzlichtaufnahme des momentanen Zustandes verstehen, welche weggeschlossen wird. Das Kind fühlt sich schnell wieder gut, ist handlungsfähig und die Erwachsenen sagen „na, war doch gar nicht so schlimm, es hat das gut verkraftet“.

Um diese Abspaltung aufrecht zu erhalten und damit wir uns in Zukunft vor solchen Situationen schützen können, entwickelt unser Unterbewusstsein Kompensationsstrategien, gepaart mit Glaubenssätzen. Das sind innere Wahrheiten, die gefühlt richtig sind, wie z.B. „Nie wieder werde ich sowas versuchen“ oder „Das schaffe ich eh nicht“ oder „Ich bin dumm/hässlich/etc.“ oder …

Die Abspaltungen nennt die Neurowissenschaft Erlebnisnetzwerke, in der Psychologie kennt man eher den Begriff Innere Kinder. Von denen haben die meisten Menschen eine ganze Menge. Erkennbar sind diese, wenn die Kompensationsstrategien auch im erwachsenen Alter weiter laufen und dort mit der gelebten Realität crashen, was innere Konflikte und damit psychische und körperliche Symptome nach sich zieht. Es sind kindliche Strategien, welche damals, in schwerer Zeit, dem Kind hilfreich waren. Sie passen aber nicht mehr zum heutigen Leben. Beispielsweise Strategien wie Ständig auf sich aufmerksam machen, um gesehen zu werden, Harmoniebedürfnis, weil Konflikte nicht gelebt werden können oder Krampfhaftes kontrollieren aus Angst vor einem Kontrollverlust. Dies sind beispielhaft Situationen, die als Kind extrem schlimm erlebt wurden und mit allen Mitteln vermieden werden müssen.

Um diesen Zustand zu verändern, so dass die Impulse, Gefühle und Handlungen dem heutigen Lebensalter entsprechen, erfordert es ein Heilen (Befrieden) der Inneren Kinder. Denn solange diese im Mangelgefühl und Leid sind, benötigen sie diese alten Strategien. Um dies zu erreichen werden durch therapeutische Interventionen die alten belastenden Gefühle neutralisiert. Als Endergebnis gibt es idealerweise keine Inneren Kinder mehr – sie wurden zurück integriert, was einem heil werden entspricht. Die Ganzheit wird wieder hergestellt, der Mensch fühlt sich komplett.

Kurzzeittherapie in wenigen Sitzungen

Dank moderner Hirnforschung und Vernetzung alternativ arbeitenden Psychologen wurden neue Kurzzeitinterventionen in den Bereichen Hypnose und EMDR entwickelt, welche schneller als die herkömmlichen Techniken (wie die klassische Innere-Kind-Arbeit) wirken. Hierbei wird auch ein großes Augenmerk auf die Ressourcenstärkung gelegt.

Sie haben Fragen zur Kurzzeittherapie? Ob diese auch für Ihr Anliegen geeignet ist? 
Rufen Sie unverbindlich an: 06128-247704

Heilung ist ein Entwicklungsschritt

Man könnte jetzt meinen, der Zustand des Unverletzt-seins sei wertvoller als ein geheilter Zustand nach durchlebtem Konflikt. Dem ist aber nicht so.
Wenn wir nie wirklich einem Stresstest ausgesetzt waren, dann fehlt das Wissen, mit schwierigen Bedingungen umzugehen. Es fehlen Kompensationsstrategien und Ressourcen, die wir uns erarbeiten müssen wenn es schwierig wird. Durch den Zustand des Nicht-Heil-Seins werden Umwege im Leben in Kauf genommen und es muss eine ganze Menge dazu gelernt werden. Das lässt die Psyche reifen und erhöht letztlich die Überlebensschance. Eine geheilte Psyche ist wertvoller als eine Psyche, die niemals verletzt wurde und keine Heilung benötigt hat.

Kintsugi

In Japan trägt man dieser Tatsache bei zerbrochenem Geschirr Rechnung. Die japanische Tradition, zerbrochene Vasen oder Keramik mit Gold zu flicken, heißt Kintsugi (金継ぎ), was wörtlich „Verbindung mit Gold“ bedeutet. Der sichtbare Riss steigert den Wert des Geschirrs.

Erik Grösche - Horizonterweiterer